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Autor Thema: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen  (Gelesen 4587 mal)

Daya

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Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« am: 08. Februar 2015, 18:05:31 »

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Hallo liebes Forum,

kann mir bitte jemand weiterhelfen in Bezug auf Kohlenhydrate in der Ernährung (aus Getreide/reis etc.) im speziellen bei Krebserkrankungen?
Ich habe durch Zufall diese Seite entdeckt, die über diese "Paleo-Ernährung" informiert und da kommt das Getreide alles andere als gut weg:
http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/ist-reis-paleo/
Auch höre ich immer wieder, dass Menschen diese Empfehlung erhalten, das Getreide strikt zu meiden - gerade bei Erkrankungen.
Was ist darüber in der TCM bekannt oder wie ist das zu bewerten?

Ich danke für jede Antwort und grüße Euch herzlich,
Daya
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Selene

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #1 am: 11. Februar 2015, 05:05:22 »

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Hallo Daya!

Das würde mich auch interessieren!
Bin gespannt, was Daniela dazu schreibt!

Lieben Gruß ~ Selene
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Selene

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #2 am: 14. Februar 2015, 13:13:53 »

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Tja, liebe Daya,  Daniela wird wohl Deine  Frage übersehen haben!  Schade... 

Selene
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Daniela Herzberg

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #3 am: 20. Februar 2015, 17:26:22 »

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Hallo Ihr Lieben,
ich habe die Frage nicht übersehen, sondern wollte mich lieber erst einmal richtig schlau machen, bevor ich Kritik oder Zustimmung poste... das war gar nicht so einfach, weil man nur wenig ungefilterte Infos im Netz bekommt...

Generelle Anmerkungen zur Paleo-Ernährung:

1. Es gibt keine einheitliche "Steinzeit-Ernährung", wie sie als Basis für die Paleo-Ernährung dargestellt wird. In der Steinzeit haben sich die Menschen vollkommen unterschiedlich ernährt - je nachdem, wo sie lebten und wie das entsprechende Angebot an Nahrung war. Gemein hatten sie nur, dass nichts angebaut wurde und sie keine Tiere gehalten haben, sondern nur das gegessen haben, was unmittelbar in ihrer Umgebung zu finden war... und das war in vielen Fällen eben nicht hauptsächlich Fleisch, sondern vor allem Wildpflanzen, wild wachsendes Obst und stärke- (und damit kohlehydratreiche) Gemüse und Getreide...

2. Es stimmt nicht, dass der Mensch sich in den letzten 11 - 15.000 Jahren, in denen er mit Ackerbau und Viehzucht begonnen hat, nicht genetisch angepasst hat und unser Gen-Pool immer noch auf dem Niveau der Steinzeit ist und deshalb sich auch so ernähren sollte... vielmehr sind unsere Gene in den letzten Jahrtausenden ständig mutiert und haben sich sehr wohl an unsere Lebenssituation angepasst.

3. Dass die Paleo-Befürworter sich für eine gute Qualität der Nahrungsmittel einsetzen und von jeder Art von leeren Kohlehydraten (Zucker, weißes Mehl, Fruchtsäfte etc.) abraten, halte ich für sinnvoll und richtig. Eine stoffwechselstörende Wirkung und negative Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel konnte nämlich in diversen Studien vor allem für diese Art von Einfachzucker nachgewiesen werden. Komplexe Kohlehydrate wie in gekochtem, glutenfreien Getreide und in vielen Gemüsesorten vorhanden sind damit aber wohl kaum gemeint. (Ich habe hier an anderer Stelle im Forum schon mal ausgeführt, dass keine Studie bislang nachweisen konnte, dass gekochtes Getreide Entzündungsprozesse im Körper auslöst, das aber auf tierischen Produkte zutreffen kann - was ja komplett konträr zu der Aussage der Paleo-Befürworter steht, nachdem die Kohlehydrate die "Bösen" sind...)

4. Ein Hauptargument der Befürworter von Paleo ist, dass vor allem Vollkorngetreide so genannte "Anti-Nährstoffe" enthält, die schädlich für den Körper sind. Tatsache ist allerdings, dass auch alle natürlichen Nahrungsmittel immer auch Inhaltsstoffe besitzen, die unter Umständen eine kontraproduktive Wirkung haben - also "Anti-Nährstoffe" (die übrigens in den von Paleos propagierten tierischen Produkten noch viel mehr vorhanden sind als in Getreide)
Gerade diese sekundären Pflanzenstoffe sind für die positive Wirkung eines Nahrungsmittels auf unseren Organismus ganz entscheidend... ansonsten würde die von der Pharmaindustrie isolierten Wirkstoffen sicher nicht oft solche Nebenwirkungen haben.

5. Mein Mantra ist und bleibt: "Jeder Mensch ist anders" - vor allem Fitnessfans scheinen mit der Paleo-Ernährung mit dem stark erhöhten Eiweißgehalt gut klar zu kommen, weil natürlich der hohe Gehalt an tierischen Proteinen beim Muskelaufbau hilft... Man darf aber sicher nicht vergessen, dass diese Art von Ernährung deutlich schwerer verdaulich ist, als eine rein pflanzenbasierte Kost und gekochtes Getreide... und sicher definitiv nichts ist für einen von einer schweren Krankheit gezeichneten Körper mit einem geschwächten Immunsystem wie Krebs. Aus meiner Beratungspraxis kann ich sagen, dass eine eiweiß- und fettreiche Kost mit wenig Kohlehydraten bei einer Krebserkrankungen vollkommen kontraproduktiv ist. Die von mir betreuten Fälle sind mit vorwiegend veganer gekochter Kost mit einem recht hohen Getreideanteil alle wieder recht schnell auf dem Damm gewesen...

Liebe Grüße
Daniela

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Selene

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #4 am: 21. Februar 2015, 06:04:46 »

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Danke, liebe Daniela, dass Du uns nun  "schlauer gemacht"  hast  :-)

Ja, ich finde es auch sehr extrem völlig auf Getreideprodukte zu verzichten - wollte es aber gerne aus Deinem berufenen Mund hören / lesen!

Lieben Gruß
Selene
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Daniela Herzberg

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #5 am: 22. Februar 2015, 13:48:58 »

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... gern geschehen ;D
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haarscharf67

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Re: Paleo und Ernährung bei Krebserkrankungen
« Antwort #6 am: 13. März 2015, 19:36:28 »

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Mich hat der ganze Hype um Paleo und Steinzeit auch ein wenig verunsichert. Aber dank unserer Daniela sind meine Zweifel wieder weg.
Schön, dass es so ein Forum gibt, vielen Dank euch allen.
LG haarscharf67
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